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    Abgaben für Privatkopien: Ein gutes und bewährtes System für audiovisuelle Urheber

    Vorschläge für einen europäischen Rechtsrahmen, Herbst 2013

    ©VictorD, Fotolia.com
    ©VictorD, Fotolia.com

    Schon seit Jahren werden Abgaben für Privatkopien von Herstellern und Importeuren von vergütungspflichtigen Leermedien und Geräten (hauptsächlich Produkte, die außerhalb der EU hergestellt werden) heftig kritisiert. Obwohl diese Abgaben nur 0,06 Prozent ihrer Einnahmen ausmachen, wollen Hersteller und Importeure nicht länger an der finanziellen Entschädigung für Urheber beteiligt sein, deren Werke auf ihren oder über ihre Produkte vervielfältigt werden. Sie versuchen, sich ihrer Verantwortung durch zahllose Gerichtsprozesse sowie Argumente zu entziehen, die belegen sollen, dass ein solches System nicht mehr zeitgemäß ist. Bisher konnten sie bei Gericht in höchster Instanz noch keinen Erfolg erzielen (der Europäische Gerichtshof hat in drei Jahren gerade erst den vierten Fall entschieden, wobei zwei Vorabentscheidungen noch ausstehen). Ihre politischen Kampagnen gegen Abgaben für Privatkopien wurden daraufhin deutlich verschärft, um Regierungen, Parlamente, Verbraucher sowie die europäischen Institutionen unter Druck zu setzen.

    Die SAA hat sich zusammen mit anderen Organisationen der Rechteinhaber an der Debatte beteiligt, um deutlich zu machen, dass das Abgabensystem für Privatkopien fair, rechtmäßig, effizient und wirtschaftlich ist, da es nicht nur die Vergütung der Kreativschaffenden, sondern auch die Kopierfreiheit für Verbraucher sicherstellt. Um den Fortbestand dieses Sozialpaktes zwischen Kreativschaffenden und Verbrauchern auch im digitalen und internen Markt garantieren zu können, muss das System in einigen Mitgliedsstaaten jedoch dringend angepasst werden. Zudem muss ein europäischer Rechtsrahmen geschaffen werden, der dafür sorgt, dass Rechteinhaber, Verbraucher, Hersteller und Importeure von harmonisierten Bedingungen in der gesamten EU profitieren können.

    Was steht auf dem Spiel?
    Die aktuellen Diskussionen drehen sich vor allem um die Existenz, die Angleichung sowie die Durchführbarkeit des Abgabensystems für Privatkopien. Die SAA möchte an den Debatten mitwirken, um die Anerkennung und Durchsetzung der folgenden Grundsätze hervorzuheben und sicherzustellen:

    • Die Anfertigung von Privatkopien geht verdientermaßen einher mit einer Vergütung für die Rechteinhaber
    • Abgaben für Geräte und Leermedien, mit denen Privatkopien angefertigt werden können, ermöglichen eine effiziente und wirtschaftliche Methode zur Organisation dieser Vergütung
    • Ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Systems ist die Erhebung der Abgaben in der frühesten Phase der Vertriebskette, d.h. beim Hersteller oder beim Importeur
    • Die Höhe der Abgaben für Privatkopien sollte sich nach dem Wert der kopierten kreativen Werke richten und nicht an den Gerätepreisen, da diese von kommerziellen Strategien abhängig sein können 
    • Das Abgabesystem für Privatkopien sollte dem digitalen Zeitalter angepasst werden, da Verbraucher heutzutage häufiger als je zuvor sowie über immer mehr angebundene Geräte und Dienste Privatkopien anfertigen. 
    • Wir benötigen gemeinsame Grundsätze zur Bestimmung von angemessenen Abgabenbeträgen sowie von abgabenpflichtigen Geräten/Diensten

    Urheber der Texte "Die Privatkopie"
    Hinweis: Die Texte zu "Privatkopie" und auf den Unterseiten dieser Rubrik stammen von der SAA 
    (Society of Audiovisual Authors). Mehr Informationen über die SAA finden Sie auf unserer Webseite oder unter www.saa-authors.eu. Die Gesellschaft Audiovisueller Autoren ist ein Zusammenschluss der Verwertungsgesellschaften für audiovisuelle Autoren in Europa.