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    Faire Bezahlung für Filmurheber!

    Digitalisierung und schnelles Internet verändern den Medienkonsum auf allen Ebenen. So drängen im audiovisuellen Bereich VOD-Plattformen das klassische TV immer weiter zurück und haben sich bereits signifikante Marktanteile gesichert. Entsprechend verschieben sich die Erlösströme hin zu den Streaming-Diensten Netflix, Amazon, Maxdome, Sky & Co.

    Filmurheber in Deutschland schauen doppelt in die Röhre: Einerseits erhalten sie regelmäßig keine Beteiligung an den neuen Online-Erlösen, andererseits sinkt die Bedeutung der klassischen Vertriebsformen, an denen herkömmliche Beteiligungsstrukturen noch greifen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise an der gesetzlich vorgeschriebenen Vergütung für den Videoverleih, die praktisch tot ist.

    Neue Beteiligungen an Online-Erlösen für Filmurheber werden in Deutschland durch die Marktverhältnisse effektiv verhindert und der einzelne Filmurheber riskiert Auftrag und Karriere, wenn er diese durchsetzen wollte. Und zufriedenstellende Lösungen auf Tarifebene sind ebenfalls nicht in Sicht. Dabei macht eine Institution vor, wie es geht: Die GEMA generiert für ihre Filmkomponisten gutes Geld – und das noch nicht einmal von den Filmproduzenten oder Sendern, sondern direkt von den Erlösquellen, den VOD-Plattformen. Warum das geht? Weil die kollektive Rechteverwaltung im Musikbereich Standard ist.

    Auch für Filmurheber wäre der kollektive Einzug von Online-Erlösen an der Quelle die Antwort. Weil Filmurheber – anders als Filmkomponisten – ihre Erstrechte immer den Produzenten einräumen, muss dieses Ziel über einen gesetzlich geregelten Vergütungsanspruch erreicht werden – wie dereinst beim Videoverleih.

    Die Chance hierzu besteht jetzt, denn das europäische Urheberrecht wird gerade modernisiert.

    Der federführende Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments will sich Ende März 2018 abschließend zum Gesetzentwurf äußern. Wenn der Vergütungsanspruch hier nicht in den Richtlinienentwurf aufgenommen wird, ist die Chance vertan.

    Die SAA (Society of Audiovisual Authors) kämpft seit Jahren für den unverzichtbaren Vergütungsanspruch und benötigt jetzt die Unterstützung aller Urheberinnen und Urheber aus ganz Europa:

    • Derzeit ist eine Petition für den Vergütungsanspruch am Laufen, die Sie hier unterzeichnen können.
    • Zusammenhänge haben wir für Sie in dieser Infografik zusammengestellt.
    • Mehr Informationen (auf Englisch) bietet die Website der SAA.
    • Berichte und Kommentare haben wir für Sie hier zusammengestellt; sie werden laufend ergänzt.