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    Internationale Kampagne zum Folgerecht

    Das Ziel der Kampagne besteht darin, dass Folgerecht weltweit in den nationalen Urhebergesetzen zu verankern. Momentan wird das Recht in den für den Kunstmarkt so wichtigen Ländern USA, Schweiz und China noch nicht anerkannt.

    Die Basis der Kampagne bildet ein umfangreiches Informationsmaterial, um die Entscheidungsträger über das Folgerecht aufzuklären. Daneben sollen die Abgeordneten der Länder rund um die Sitzungen der WIPO in Genf angesprochen und überzeugt werden. Auf der Plattform der WIPO („World Intellectual Property Organisation) werden die internationalen Urheberverträge verhandelt.

    Mit einem Lunch-Event am Rande der 26. Sitzung des "Ständigen Ausschusses für Urheber- und Leistungsschutzrecht" wurde die Folgerechtskampagne am 16. Dezember 2013 in Genf gestartet. Vor über 50 WIPO-Delegierten aus aller Welt machten Bildende Künstler – ebenfalls aus der ganzen Welt – gemeinsam mit den Vertretern der CISAC und einzelner Verwertungsgesellschaften auf unser Anliegen aufmerksam. Als Erfolg kann gewertet werden, dass sich die Vertreter der Verbraucherverbände -die sich traditionell gegen eine Ausdehnung des Urheberrechtsschutzes positionieren- explizit für eine verpflichtende Einführung des Folgerechts in die Berner Übereinkunft ausgesprochen haben.

    Auch auf den folgenden Veranstaltungen des Ausschusses im März und Juni 2014 waren die Vertreter der Verwertungsgesellschaften präsent und haben gemeinsam mit Künstlern für die Kampagne geworben.

    Über die Kampagne

    Das Folgerecht ist ein grundlegendes Recht der Urheber der bildenden Kunst und Fotografie. Es steht dafür ein, dass bei jedem Weiterverkauf - sei es in einer Auktion oder Galerie - dem Urheber ein kleiner Prozentsatz des Verkaufspreises gezahlt wird.

    Die Haupteinnahmequelle bildender Künstler ist der Verkauf ihrer Originalwerke. Während Auktionshäuser und Galerien für den Verkauf der Werke Provisionen bekommen, wäre es paradox, wenn die Künstler nicht an den Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Werke auf dem Kunstmarkt beteiligt werden würden.

    Das Folgerecht stellt also ein Gleichgewicht zu den Rechten der Urheber anderer Kreativbereiche her (Komponisten, Drehbuchautoren, Regisseure, Schriftsteller u.a.), deren Reproduktions- und öffentliche Wiedergaberechte nicht mit den Rechten der bildenden Künstlern vergleichbar sind.

    Seit seiner Gründung im Jahre 1920 in Frankreich ist das Folgerecht bislang in mehr als 65 Ländern anerkannt, jedoch leider kein zwingendes Recht nach dem Internationalen Berner Übereinkommen zum Urheberrecht.

    In unserer globalisierten Welt sollten Künstler gleiche Rechte genießen; unabhängig von ihrer Herkunft und unabhängig davon, wo ihre Werke verkauft werden. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika und China - die beiden ersten Kunstmärkte weltweit - haben Gesetzgebungsverfahren begonnen, um das Folgerecht zu etablieren. Kanada und die Schweiz befassen sich ebenfalls mit der Einführung des Folgerechts. Bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) werden die Stimmen noch lauter. Man fordert, dass die Berner Konvention das Folgerecht zwingend und für alle Länder vorschreibt.

    Die bildenden Künstler und Fotografen aus allen fünf Kontinenten müssen künftig am Zweitverkauf ihrer Werke beteiligt werden; und zwar an erster Stelle die Künstler aus Schwellenländern, deren Werke zu niedrigen Preisen gekauft und dann mit deutlichen Gewinnen auf den Kunstmärkten der westlichen Länder weiterverkauft werden.

    Die Dachverbände EVA, CISAC, GESAP aber auch die ADAGP haben sich zusammengeschlossen und die Folgerechtskampagne "Resale-Right all over the world" ins Leben gerufen. Dabei startete jetzt eine Petition, um die WIPO und damit die Berner Konvention zu bekräftigen, das Folgerecht weltweit einheitlich zu etablieren.