
Aufgrund eines Urteils des Oberlandesgerichts München in einem Rechtsstreit gegen die VG Wort hatte der Vorstand der Stiftung Kulturwerk im Januar 2024 beschlossen, alle neuen Förderungen vorerst auszusetzen, um die Rechtskonformität der Förderlinien zu prüfen und einen neuen verlässlichen Förderrahmen zu schaffen (wir berichteten). Alle Förderrichtlinien mussten entsprechend angepasst werden.
Die Berufsgruppen der VG Bild-Kunst waren unterschiedlich stark betroffen: Während die Kulturförderung der Berufsgruppe III fast wie gewohnt weiterlaufen konnte, musste die Förderung der Berufsgruppe II im zweiten Halbjahr 2024 pausieren, für die Berufsgruppe I war sie bis auf weiteres ausgesetzt. Aus rechtlichen Gründen werden die Fördermittel nun von zwei Institutionen vergeben: einerseits der Stiftung Kulturwerk, andererseits der VG Bild-Kunst selbst (über die aktuellen Fördervoraussetzungen können Sie sich in der Rubrik Kulturförderung informieren).
Im Laufe des Jahres 2026 kann nun auch die Kulturförderung der Berufsgruppe I wieder aufgenommen werden. Aktuell werden die Förderrichtlinien überarbeitet, ab Sommer ist mit neuen Ausschreibungen zu rechnen.
Auch die Kooperation mit der Stiftung Kunstfonds musste in 2025 ausgesetzt werden. Neben dem erwähnten Urteil des OLG München war ein Grund auch die Konsolidierung der finanziellen Ausstattung des Fördertopfes. Der Vertrag mit der Stiftung Kunstfonds wurde den neuen Strukturen angepasst und ist nun abgeschlossen.
Von diesen Überlegungen betroffen ist auch die Vergabe des HAP-Grieshaber-Preises: Bis 2025 wurde die Preisträgerin bzw. der Preisträger vom Kuratorium der Stiftung Kunstfonds aus den eingegangenen Bewerbungen für die Stipendien ausgewählt. Für mehr als 25 erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit, in denen die fachkundige Jury des Kunstfonds herausragende künstlerische Persönlichkeiten als Preisträger*innen gekürt hat, danken wir dem Kunstfonds herzlich!
Nach Pausierung und nun erfolgter Wiederaufnahme der Kulturförderung nutzen die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst und der Deutsche Künstlerbund die Gelegenheit, das Konzept des Preises zu überdenken und an die aktuellen künstlerischen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen anzupassen. Über die aktuellen Entwicklungen werden wir auf unserer Website informieren.